Timo Klöppel

LATEINISCHE LAND 16.02.2013 – 16.03.2013
KWADRAT – Martin Kwade

Pressemitteilung: Jana Papenbroock

…“Durch alle Wesen reicht der eine Raum:
Weltinnenraum. Die Vögel fliegen still
durch uns hindurch. O, der ich wachsen will,
ich seh hinaus, und in mir wächst der Baum.
Ich sorge mich, und in mir steht das Haus“…
(Rilke)

Die Galerie Kwadrat freut sich, Timo Klöppels Soloausstellung in Berlin bekannt geben zu dürfen.
„Licht ist in der kleinsten Hütte“ verdeutlicht die in außergewöhnlichem Maß überschrittene Grenze zwischen Leben und Werk des Künstlers. Die hell erleuchtete Raumschachtel aus milchigen Fenstern und schwarzem Kiesboden, die der Künstler zunächst in seine Wohnung baute, um sich darin für zwei Wochen zum schreiben und denken zurückzuziehen, ist ein unwirklicher Metaraum, ein abstraktes Seelenzimmer.

Im Fensterraum werden wir bespiegelt, unserer Suche nach Ausblick und Perspektive gegenübergestellt. Der Raum beschützt und bewahrt Träume. Er führt uns ihre Unausweichlichkeit vor. Wir gestalten und verändern, phantasieren und wirken in ihm, sind gleichsam durch die Spuren unserer Vergangenheit und die Begrenztheit unseres Weltentwurfes eingeschachtelt.

Timo Klöppel, geboren 1981 in Berlin, baut architektonische Situationen, die topoanalytische Auseinandersetzungen sind, Studien zum Zusammenhang von Raum und Seele. Seine Installationen hinterfragen die Konstruiertheit unserer Wahrnehmung, verkehren die gewohnte Ordnung der Dinge und desorientieren uns, um uns auf unsere Einbildungskraft zurückzuwerfen.

Seine Räume bringen Kies ins Schlafzimmer, Meer in die Küche. Das Unabschließbare dringt immerzu ins Abschließbare ein und umgekehrt. Alles ist in vorgeführter, ständiger Umordnung. Die Bauten bewegen sich oftmals während der Ausstellung weiter, verändern sich, werden auseinander genommen und wieder neu konstruiert. Die Veränderlichkeit seiner Arbeit ist dabei deren eigentliches Zentrum, das ausgestellte Werk eher als ephemerer Zustand einer andauernden Idee, die weitermacht, zu denken.
Klöppel gebraucht seine Installationen als konkrete Erkenntnismöglichkeiten und bewohnbare Schwellenorte zwischen den eigenen inneren Zuständen und den äusseren Zuständen der Welt.